Weltstillwoche 2007

 

Was ist die Weltstillwoche?

Die Weltstillwoche (WSW) ist die größte gemeinsame Aktion aller stillfördernden Gruppen. Sie wird jedes Jahr in über 120 Ländern begangen. In Deutschland wird sie in der ersten Woche im Oktober vom 1. - 7. Oktober 2007 veranstaltet.

Das Thema der diesjährigen Woche lautet:

Der Anfang zählt - Stillen ab der

ersten Lebensstunde

 

Innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt mit dem Stillen zu beginnen ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg, die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen und Unterfünfjährigen zu reduzieren, weil damit die überwältigend hohe Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen drastisch verringert werden kann.

Auch Sie können helfen, eine Million Babys jährlich zu retten, mit einer einzelnen Maßnahme, einer Stunde Unterstützung und einer Botschaft:

Beginnt innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt mit dem Stillen!

Hintergrund

Die Vorzüge des Kolostrums – der „Vormilch“ – sind seit langem bekannt.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass man eine Million Todesfälle bei Neugeborenen verhindern könnte, wenn alle Mütter ab der ersten Stunde nach der Geburt mit dem Stillen anfangen würden.

Daten hierüber sind nur in wenigen Ländern allgemein zugänglich.

Wir kennen die unterschiedlichsten Gründe, warum Frauen den Beginn des Stillens hinauszögern.

Gemeindearbeiter und Gesundheitspersonal spielen eine entscheidende Rolle dabei, dass Mütter frühzeitig mit dem Stillen beginnen.

Wir wollen jede Familie mit dieser Botschaft erreichen und zeigen, dass wir es gemeinsam schaffen können.

 

 

 

Ziele

  1. Die Aufmerksamkeit der Welt darauf zu lenken, dass das Leben von einer Million Babys mit nur einer einzelnen Handlung, mit einer Stunde Unterstützung und mit einer einzelnen Botschaft gerettet werden könnte.

  2. Darauf hinzuarbeiten, dass sich vor Ort und global das Stillen ab der ersten Lebensstunde als ein Schlüsselindikator für Fortschritt in der Gesundheitsfürsorge in allen Kommunen etabliert.

Das Millenniums-Entwicklungsziel (Millennium Development Goal) Nr. 4 der Vereinten Nationen formuliert die Absenkung der Sterblichkeitsrate der Unterfünfjährigen um zwei Drittel bis zum Jahr 2015. Weltweite Daten zeigen, dass von 10,9 Millionen Todesfällen bei Unterfünfjährigen gut vier Millionen während des ersten Lebensmonats sterben. Das bedeutet, dass vor allem die Zahl der Todesfälle innerhalb des ersten Monats gesenkt werden muss, um einen signifikanten Rückgang der Kindersterblichkeitsrate zu erreichen.

Eine neuere Studie ergab, dass eine Million der vier Millionen gestorbenen Kinder gerettet werden könnten, wenn alle Frauen in der ersten Lebensstunde ihres Kindes mit dem Stillen anfingen.

Diese Studie aus Ghana, bei der 10.974 gestillte Babys aus Einlingsgeburten untersucht wurden, hat gezeigt, dass der Beginn des Stillens in der ersten Lebensstunde das Sterberisiko des Kindes erheblich senkt. Auf der anderen Seite war ein späterer Stillbeginn mit einem 2,4 Mal höheren Sterberisiko verbunden. Das Füttern mit prälaktaler Nahrung, d.h. die Gabe von anderer Nahrung als Muttermilch vor dem Stillbeginn, erhöhte ebenfalls die Neugeborenenmortalität. Die Studie, die auf der Untersuchung von Babys basierte, die den ersten Tag überlebten, zeigte eindeutig, dass 41% aller Babys, die zwischen dem zweiten und dem 28. Tag sterben, durch diese einfache Maßnahme gerettet werden könnten: Stillen ab der ersten Lebensstunde. Rechnet man die Todesfälle während des ersten Lebenstags mit ein, ergibt sich, dass sich die Zahl aller Todesfälle bei Neugeborenen im Alter von 0-28 Tagen um 22% reduzieren lässt.

Für Indien zum Beispiel heißt dies, dass 250.000 Todesfälle bei Neugeborenen pro Jahr durch diese Maßnahme während des ersten Tages verhindert werden könnten. Der Beginn des Stillens innerhalb der ersten Lebensstunde ist daher der erste und wirksamste Schritt auf dem Wege, die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen und Unterfünfjährigen zu reduzieren.

Wo stehen die Länder in Bezug auf den Beginn des Stillens in der ersten Lebensstunde?

Die mediale Verbreitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Säuglingsernährung wie zum Beispiel der Beginn des Stillens ab der ersten Lebensstunde ist nicht optimal. Studien darüber gibt es nur in 38 Ländern.

Wie können Sie Frauen dabei unterstützen, ab der ersten Lebensstunde zu stillen?

Es ist entscheidend, wie viel Unterstützung die Frauen durch das Gesundheitswesen und die Familie erhalten. Frauen benötigen minimale, aber essenzielle Unterstützung, wie z.B. Hilfe, direkt nach der Geburt den Stillprozess in Gang zu setzen, eine geburtshilfliche Richtlinie (z.B. in der Klinik), nach der Mutter und Kind nach der Geburt zusammen bleiben, Vermeidung der Gabe prälaktaler Nahrung und künstlicher Schnuller/Sauger.

Vorteile für Mütter und Kinder

Rechtzeitiger Beginn des Stillens kommt Mutter und Kind zugute, denn:

  • Kolostrum versorgt das Baby mit Nahrung (das Kind braucht zu diesem Zeitpunkt sehr wenig, einige Tropfen genügen) und dadurch auch mit erster Immunisierung

  • dadurch wird die Milchbildung für die nächste Mahlzeit angeregt

  • so wird der Saugreflex des Babys genutzt (der während der ersten Stunde am stärksten ist), um das richtige Anlegen zu begünstigen

  • damit können Blutverluste bei der Frau verhindert werden

  • so wird der Hautkontakt und die Wärme hergestellt, die die Babys am meisten brauchen, besonders bei Frühchen und Babys mit geringem Geburtsgewicht

  • das kommt besonders untergewichtigen Babys zugute, da sie eher sterben und nach der Geburt mehr Hilfe benötigen, um gut saugen zu können

Gebt Kindern eine Chance für ein gesundes Leben

Was können Sie tun?

  • Finden Sie heraus, ob Ihr Land/Staat/Bundesland/Gemeinde über solche Daten verfügt.

  • Finden Sie heraus, ob (und wenn, warum) in Ihrer Gemeinde falsche Praktiken verfolgt werden und wie man sie verändern kann, und dokumentieren Sie dies.

  • Schreiben Sie an Ihre zuständigen Stellen, damit sie Mittel zur Verfügung stellen, dass alles medizinisches Personal, Krankenschwestern und Hebammen geschult werden kann, die Botschaft an die Frauen und Familien zu vermitteln.

  • Weisen Sie Ihre lokalen Medien auf diese neuen Erkenntnisse hin und bereiten Sie sie auf die Weltstillwoche 2007 vor.

Auf der IBFAN-Webseite: www.ibfan.org gibt es noch mehr Informationen zu diesen Themen. Die o.g. Tabellen sowie Materialien und Informationen rund um das Thema Kodex finden Sie auch auf unserer Webseite unter Materialliste. Darüber hinaus gibt es bei UNICEF oder der WHO Informationsmaterial zum Thema.

Allgemeine Koordination:

WABA Sekretariat
P.O.Box 1200
11600 Penang, Malaysia
www.waba.org.my

Die World Alliance for Breastfeeding Action (Weltallianz für aktive Stillförderung, WABA) ist eine globale Initiative für den Schutz, die Förderung und die Unterstützung des Stillens weltweit. Sie basiert auf der Innocenti-Deklaration und der von der WHO und UNICEF herausgegebenen Globalen Strategie zu Säuglings- und Kleinkindernährung. WABA hat Beraterstatus beim Kinderhilfsfonds der Vereinten Nationen (UNICEF) und beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC).

WICHTIGER HINWEIS. Finanzielle Förderung, Sponsoring: WABA nimmt keinerlei Sponsoring von Firmen an, die Muttermilchersatzprodukte, damit zusammenhängende Ausrüstungsgegenstände und Beikostprodukte herstellen. WABA fordert alle Teilnehmer an der Weltstillwoche auf, diesen ethischen Standpunkt zu respektieren und sich zu eigen zu machen. 

Materialien von WABA dürfen nicht zusammen mit kommerziellen Zwecken oder mit Geschäftsinteressen verbunden mit der Produktion oder dem Verkauf von Muttermilchersatzprodukten, Beikost, Milchpumpen und anderem Zubehör verwendet werden.

TeilnehmerInnen der Weltstillwoche, die Material von WABA in Gänze oder teilweise verwenden, sollten auf die Herkunft hinweisen, indem sie das Logo von WABA abdrucken. Bitte senden Sie eine Kopie aller Übersetzungen und Anpassungen von WABA-Material an das Sekretariat von WABA.