Was macht die AGB?

Schwerpunkte

Unser Angebot

Materialliste

Nachrichten

Archiv

Der Alternative Nobelpreis

Das Netzwerk im Netz

Service

NESTLÉ-Boykott-Nachrichten

Firmenverstöße

Mitgliedschaft

Impressum

 

Aktionsgruppe Babynahrung e.V. (AGB) 

Mitglied von IBFAN (International Baby Food Action Network, Träger des Right Livelihood Award 1998)
2001 durch die La Leche Liga Deutschland ausgezeichnet

SÄUGLINGSGESUNDHEIT GEWINNT

Am 9. Dezember 1998 wurden in Stockholm die Empfänger des Right Livelihood Award (RLA) 1998, besser bekannt als "alternativer Nobelpreis", ausgezeichnet:

  • Samuel Epstein, Professor für Arbeits- und Umweltmedizin an der School of Public Health der Universität von Illinois und Vorsitzender der Krebsverhütungs-Koaliton (CPC) der USA,
  • Juan Pablo Orrego und seine Gruppe Acciónpor el Biobio in Chile,
  • Katarina Kruhonja und Vesna Terselic, die sich im gewaltfreien Widerstand und im Einsatz für die Menschenrechte in Kroatien verdient gemacht haben,
  • das International Baby Food Action Network (IBFAN), dem die Aktionsgruppe Babynahrung als deutsche Sektion angehört.

Der Preis wird seit 1980 vergeben, um Menschen und Gruppen "zu ehren und zu unterstützen, die praktische und exemplarische Antworten auf die dringendsten Herausforderungen geben, denen wir uns heute gegenübersehen".

Die Idee zu dieser Auszeichnung stammt von Jakob von Uexkull, einem renommierten schwedisch-deutschen Philatelisten, der seine wertvolle Briefmarkensammlung verkaufte um den Grundstock zu diesem Preis zu legen. Er ist der Auffassung, dass mit dem Preis Alfred Nobels zwar jene geehrt werden, die "der Menschheit den größten Nutzen brachten". Heute jedoch würden bei der Nobelpreisverleihung viel Arbeit und Wissen, die als lebenswichtig für die Zukunft der Menschheit angesehen werden müssen, übersehen.

Der Preis für friedensstiftende, gesundheitserhaltende und die Menschen vor den Profit stellende Arbeit wurde in den vergangenen 18 Jahren u. a. folgenden Gruppen und Personen zuerkannt: András Biró und der Ungarischen Stiftung für Selbstvertrauen, Hans-Peter Dürr, Hassan Fathy, Johan Galtung, John Gofman und Alla Yaroshinskaya, Edward Goldsmith, Robert Jungk, Petra Kelly, dem Komitee der Soldatenmütter Rußlands, Felicia Langer, Astrid Lindgren, José Lutzenberger, die Ökologische Entwicklungsgruppe Ladakh, Ken Saro-Wiwa und Michael Succow.

Die Jury des Right Livelihood Award, der neben anderen Jakob von Uexkull, Marianne Andersson, Monika Griefahn und Thor Heyerdahl angehören, ehrt IBFAN für seine "engagierte und wirkungsvolle Kampagenenarbeit über nahezu 20 Jahre für die Rechte der Mütter ihre Babys zu stillen, im vollen Bewusstsein über die gesundheitlichen Vorteile der Muttermilch und frei von kommerziellem Druck und Desinformation, mit der die Hersteller Muttermilchersatzprodukte bewerben. Der RLA appelliert an alle Regierungen, Gesetze zu erlassen, die dem Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten der Weltgesundheitsorganisation Rechnung tragen und fordert die Hersteller auf, die den Kodex weiterhin brechen und biegen, die Gesundheit und das Leben der Säuglinge vor ihren Profit zu stellen".


UNICEF gratuliert IBFAN

New York, 7. Dezember 1998

Carol Bellamy, Leitende UNICEF-Direktorin, sprach dem Internationalen Aktionsnetzwerk Säuglingsnahrung (IBFAN) die Glückwünsche des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen für die Auszeichnung mit dem diesjährigen "Alternativen Nobelpreis" aus.

"IBFANs unermüdlicher Einsatz für die Förderung, den Schutz und die Unterstützung des Stillens sind stets ein wesentlicher Beitrag zur Säuglings- und Kindergesundheit und deren Überleben gewesen", sagte Frau Bellamy. "Darüber hinaus zeigt die regelmäßige Überwachung der Hersteller durch IBFAN, dass viel zu tun bleibt um die Eltern und das Gesundheitspersonal vor dem kommerziellem Druck zu schützen, Kinder künstlich zu ernähren."


Preisverleihung am 9. Dezember 1998 in Stockholm

Auszug aus der Rede von Jakob von Uexkull

Während seines Festbeitrages unterstrich der Stifter des Preises, Jakob von Uexkull, den Sinn und die Bedeutung des sogenannten Alternativen Nobelpreises. Ihm sei wichtig, dass die Öffentlichkeit über die Vergabe der Preise an einige der großartigsten Persönlichkeiten und Organisationen in der heutigen Welt daran erinnert wird, dass der Weg vor uns weder in simplem Optimismus noch in erstarrendem Pessimismus sondern in erfindungsreicher und unbeirrter Aktion und Erforschung liegt.Right Livelihood Logo
"Aus einer Gesamtschau betrachtet gehört dieser Preis in eine Welt, die erst noch geboren werden muss. Denn er enthüllt mögliche Grundsteine für eine positive Zukunft - wenn wir die nötige Energie und den Willen sie zu bauen aufbringen. In jedweder realistischen Betrachtung des Zustandes unserer Welt bleibt das Bild trostlos. Die Lücke zwischen Notwendigkeiten und Taten wird immer größer. Uns wird gesagt, dass unsere Gesellschafts- als Geschäftsbeziehungen betrieben werden müssen, aber diese ähneln mehr und mehr einem globalen Ausverkauf."
"Die Arbeit der diesjährigen Preisträger wirft Schlaglichter auf die Fehlschläge und die Möglichkeiten, denen wir uns jetzt gegenüber sehen", so Uexkull weiter. "Professor Epstein und IBFAN haben gezeigt, dass heute sogar in Fragen von Leben und Tod, sogar in den entscheidendsten Fragen menschlicher Gesundheit, mögliche Firmenprofite Vorrang vor den grundlegenden Menschenrechten erhalten. In jeder rationalen Gesellschaft wäre ihre Arbeit längst durch die gesellschaftliche Wahrnehmung ihrer schockierenden Ergebnisse von Erfolg gekrönt worden. Doch ihr Kampf geht weiter, nach zwei Jahrzehnten und mehr!"
"Die Jury zeichnet IBFAN für seine hingebungsvolle und effektive Kampagne über nahezu 20 Jahre für die Rechte der Mütter sich für das Stillen zu entscheiden in der vollen Erkenntnis der Gesundheitsvorteile von Muttermilch, frei von kommerziellem Druck und den Fehlinformationen, mit denen Ersatzprodukte beworben werden. Die Jury appelliert an alle Regierungen, Gesetze im Einklang mit dem Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten zu erlassen und fordert die Firmen auf, die den Kodex weiterhin beugen und brechen, die Gesundheit und das Leben der Säuglinge vor ihren Profit zu stellen. IBFAN wird hier repräsentiert durch Ira Puspadewi aus Indonesien, Alison Linnecar aus Genf, Ruth Elena de Arango aus Guatemala, Pauline Kisanga aus Swaziland und Elisabeth Sterken aus Kanada. Bitte nehmen Sie im Namen von IBFAN den Right Livelihood Award 1998 entgegen."

Für IBFAN dankte stellvertretend Ira Puspadewi der Jury und der Stiftung des Right Livelihood Award "für die Zuerkennung dieser hoch angesehenen Auszeichnung."
"Jede einzelne IBFAN-Gruppe arbeitet unabhängig und selbständig, und jede Gruppe hat ihren eignen Namen in ihrer Muttersprache. Aber alle Gruppen teilen die Erfahrungen aus erster Hand mit Säuglingen, die durch das 'Saugflaschen-Syndrom' - auch als 'kommerziogene Mangelernährung' bekannt - geschädigt wurden. Unsere Erfahrung feuert uns an, uns in internationaler Solidarität zu organisieren, um das durch die Flaschenfütterung verursachte Leid zu beenden - die durch Mangelernährung verursachte Diarrhöe, die Atemwegserkrankungen, den Kreis von Krankheit und Schwäche", so Frau Puspadewi in ihrer Rede.