Aktionsgruppe Babynahrung e.V.
Mitglied im IBFAN
(International Baby Food Action Network - Träger des alternativen Nobelpreises)

 
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  Alternativer Nobelpreis
Internationaler Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten
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Alternativer Nobelpreis - Right Livelihood Award

Der Right Livelihood Award (RLA), im Deutschen häufig Alternativer Nobelpreis genannt, wird an Personen, Organisationen und Repräsentanten sozialer Bewegungen vergeben, die sich mit praktischen Lösungen und Modellen für menschenwürdige Lebensweisen einsetzen. Er wird jährlich an vier Preisträger verliehen und ist mit 2.000.000 Schwedischen Kronen (gut 200.000 Euro) dotiert, die sich die Preisträger teilen. Häufig ist einer der vergebenen Preise ein Ehrenpreis; dann verteilt sich das Preisgeld auf die drei anderen Preisträger.

Der Preis wurde 1980 vom Philatelisten, Journalisten und zeitweiligen Mitglied des Europäischen Parlaments (Die Grünen/EFA) Jakob von Uexküll aus dem Erlös seines Bestandes wertvoller Briefmarken gestiftet, nachdem der Vorstand der Nobelstiftung seinen Vorschlag abgelehnt hatte, einen Nobelpreis für Ökologie und Entwicklung zu vergeben, für den Uexküll die finanziellen Mittel bereitstellen wollte.

Der Zweck des Preises ist, Menschen zu ehren und zu unterstützen, die praktikable Lösungen zu den dringendsten Problemen unserer Zeit finden und umsetzen. Dabei kennt der Preis keine strengen Kategorien. Die meisten Preisträger werden ausgezeichnet für Verdienste in den Bereichen Umwelt, Frieden, Abrüstung, Menschenrechte, Entwicklung, Kultur und Spiritualität, indigene Völker, Verbraucherschutz, Bildung, Gesundheit, Energie und Ressourcenschonung.

Die Preisträger eines Jahres werden von einer internationalen Jury bestimmt. Dieser gehörten im Februar 2007 mit Monika Griefahn und Ursula Schulz-Dornburg auch zwei Deutsche an.

In Anlehnung an die Gepflogenheiten beim Nobelpreis werden auch beim Right Livelihood Award die Preisträger des Jahres Ende September/Anfang Oktober bekanntgegeben – die eigentliche feierliche Preisverleihung findet dann Anfang Dezember im Stockholmer Reichstagsgebäude statt.

Im Juni 2005 fand anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Right Livelihood Award in Salzburg eine Tagung zum Thema Winning Alternatives statt, an der mehr als 70 Preisträger teilnahmen.

 
     
 
 
     
 

Internationaler Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten

Der Internationale Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten (engl. International Code of Marketing of Breast-milk Substitutes) [1] wurde 1981 von der Weltgesundheitsversammlung (WHA) verabschiedet. Der Kodex verlangt, dass die Vermarktung von Ersatzprodukten für Muttermilch eingeschränkt wird. Damit soll erreicht werden, dass Mütter nicht vom Stillen abgehalten und Ersatzprodukte für Muttermilch ohne Gesundheitsgefährdung für den Säugling angewendet werden.

Geschichte

Annahme des Kodex
In den 1970er-Jahren wurde festgestellt, dass das Stillen weltweit abnahm. Die Muttermilch wurde durch industriell hergestellte Säuglingsnahrung ersetzt. Gesundheitsfachleute waren besorgt über die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken für Säuglinge, vor allem in Drittweltstaaten. In der Annahme, dass der Rückgang des Stillens unmittelbar mit den Marketingpraktiken der Babynahrungsindustrie zusammenhing, erarbeitete die WHO gemeinsam mit der UNICEF den "Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten". Er wurde von der 34. WHA am 21. Mai 1981 von 118 WHO-Mitgliedstaaten angenommen. Einzig die USA waren dagegen. Sie hatte sich bereits im Vorfeld aktiv dafür eingesetzt, dass der Kodex nur in der Form einer Empfehlung erging.

Nachfolgende Resolutionen
Die Umsetzung und Einhaltung des Kodex wurde von internationalen Organisationen und nicht-staatlichen Organisationen kritisiert. In der Folge erließ die WHA in 25 Jahren elf Resolutionen zur Konkretisierung des Kodex. Die wichtigsten ergingen 1994 (Einschränkungen der Gratisabgabe), 1996 (Vermeidung von Interessenskonflikten) und 2001 (ausschließliches Stillen in den ersten 6 Monaten). Diese Resolutionen haben denselben, nicht-verbindlichen Rechtsstatus wie der Kodex. Sie gehen indessen, weil sie spezieller sind oder zeitlich später angenommen wurden, dem Kodex von 1981 vor.

Inhalt des Kodex
Der Kodex ist ein Instrument des Verbraucherschutzes und stellt Regeln auf für den kommerziellen Umgang und die Bewerbung von industrieller Babynahrung, Flaschen und Saugern. Die Staaten werden aufgefordert, ihre Bestimmungen vollständig in die nationale Gesetzgebung zu übernehmen.

Umsetzung

Nationales Recht
Der Kodex kann nicht mit rechtlichen Instrumenten durchgesetzt werden. Staatliche Sanktionen wegen Verstößen gegen den Kodex sind einzig dort vorgesehen, wo er in die nationale Gesetzgebung verankert wurde. 1990 war der Kodex erst in neun Staaten gesetzlich umgesetzt. 2005 gab es mehr als 60 Staaten, die den Kodex oder Teile davon in das nationale Recht übernommen hatten.

Die EU hat 2006 eine neugefasste Richtlinie über Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung erlassen.[2] Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten mittels verschiedener Bestimmungen dazu, die Ziele und Grundsätze des Kodex bis zum 31. Dezember 2007 zu verwirklichen. Die gesetzliche Grundlage zum Umgang mit industriell hergestellter Säuglingsanfangs- und Folgenahrung ist in Deutschland geregelt durch die "Verordnung über diätetische Lebensmittel (Diätverordnung - DiätV)". (Zuletzt geändert durch die 15. Verordnung zur Änderung der Diätverordnung (15.DiätÄndVO), die im Bundesgesetzblatt I Nr. 70 v. 20.12.2007 S. 3263 ff. veröffentlicht wurde.)

Überwachung
Auf privater Basis überwacht die nicht-staatliche Organisation "International Baby Food Action Network (IBFAN)" die Einhaltung des Kodex. Sie berichtet regelmäßig über die Verstöße in den einzelnen Ländern. Publizierte Verstöße haben zwar in den letzten Jahren abgenommen, kommen jedoch weiterhin vor.

Das Thema des Jahres 2009 der Weltstillwoche lautet: „Stillen ist lebenswichtig! - Bist Du dabei?" Die Weltstillwoche ist die größte gemeinsame Aktion aller stillfördernden Organisationen. Sie wird jedes Jahr in über 120 Ländern begangen. Die Weltstillwoche des Jahres 2006 war explizit dem Kodex gewidmet, aus Anlass des 25. Jubiläums des Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten.

 
     
 
 
     
 

La Leche Liga
Die La Leche Liga (englisch: La Leche League) ist eine Non-Profit-Organisation, die sich der Förderung und Verbreitung des Stillens widmet. Sie wurde 1956 in den USA gegründet und ist mittlerweile in 78 Ländern der Erde aktiv.

Die La Leche Liga ist eine international anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Stillens. La Leche League International ist beratendes Mitglied der Vereinten Nationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und stellt ihre Erfahrungen und Publikationen in über 30 Sprachen sowohl interessierten Fachleuten als auch Laien zur Verfügung.

Der Professional Advisory Board der La Leche League International, dem verschiedene WissenschaftlerInnen angehören, sorgt für Informationen über die neueste Forschung und prüft alle medizinischen Fragen in den LLL-Publikationen. Sie ist eine gemeinnützige, überkonfessionelle und politisch neutrale Institution.

Das Ziel der La Leche Liga ist es, alle Frauen zum Stillen zu ermutigen, Informationen und Unterstützung zu bieten.

Sämtliche Beraterinnen der La Leche Liga sind Mütter, die bereits gestillt haben und speziell für die Arbeit der La Leche Liga ausgebildet wurden. Die Beratung wird ausschließlich ehrenamtlich geleistet. Die LLL-Beraterin begleitet Eltern während der Stillzeit und bietet ihnen emotionale Unterstützung und Hilfe bei Stillschwierigkeiten und Unsicherheiten an, indem sie monatliche Stilltreffen leitet und telefonisch berät.

In Österreich existiert die La Leche Liga seit 1979. In Österreich werden zurzeit circa 80 ehrenamtliche Beraterinnen beschäftigt.

In Deutschland ist die La Leche Liga Liga seit 1977 als eingetragener Verein in regionalen Stillgruppen tätig. Der Vereinssitz befand sich damals in Bonn. Die ersten deutschen Beraterinnen wurden damals noch auf Englisch von La Leche Liga International von Amerika aus ausgebildet. Nach den ersten recht erfolgreichen Jahren der La Leche Liga in Deutschland kam es Anfang der achtziger Jahre zur Krise. Der Verein verlor seine erste Vorsitzende zusammen mit vielen Beraterinnen und Bewerberinnen. Die ausgeschiedenen Beraterinnen schlossen sich dann zum Teil zur Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen zusammen. 1982 wurde Edda Langmann als neue erste Vorsitzende gewählt, die Mitgliederversammlung genehmigte eine neue Satzung, der Vereinssitz wurde von Bonn nach München verlegt.

Im Jahr 2007 waren ungefähr 240 aktive Beraterinnen der La Leche Liga in Deutschland tätig.

 
     
 
 
     
 

WHA (World Health Assembly - Weltgesundheitsversammlung)

Die Weltgesundheitsversammlung (engl. World Health Assembly, WHA) ist das höchste Entscheidorgan. Alle WHO-Mitglieder treten jedes Jahr im Mai in Genf zusammen, um die finanziellen und organisatorischen Geschäfte vorzunehmen und die künftigen Programme festzulegen.

 
     
 
 
     
 

WHO (World Health Organization - Weltgesundheitsorganisation)

Die Weltgesundheitsorganisation (engl. World Health Organization, WHO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf (Schweiz). Sie wurde am 7. April 1948 gegründet und zählt 193 Mitgliedstaaten. Sie ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen.

 

 

   
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