Aktionsgruppe Babynahrung e.V.
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(International Baby Food Action Network - Träger des alternativen Nobelpreises)

 
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NESTLÉ UND DER INTERNATIONALE KODEX
     
  WORIN UNTERSCHEIDEN SIE SICH?  
     
  Ein Dutzend Arten, wie Nestlé den Internationalen Kodex falsch interpretiert.  
     
  ICDC hat Nestlés Firmenrichtlinien über die Umsetzung des Kodex mit den Vorgaben des Internationalen Kodex verglichen und ein Dutzend Punkte gefunden, in denen der Konzern den Kodex fehlinterpretiert und sich damit Schlupflöcher für weitere Werbung schafft.* Hier eine Zusammenfassung:  
     
 
Internationaler Kodex   Nestlés Richtlinien
     
Bezieht sich auf alle Länder weltweit   Beziehen sich nur auf Entwicklungsländer
     
Bezieht sich auf alle Muttermilchersatzprodukte   Beziehen sich nur auf Säuglingsanfangsnahrung
     
Keine idealisierenden Bilder oder Texte in Informationsmaterialien   Lassen Babybilder zu, „um den Bildungswert der Informationen zu erhöhen“
     
Keine Werbung in der Öffentlichkeit oder im Gesundheitssystem, weder direkt noch indirekt   Lassen zu, dass firmeneigene „Mütterbücher” und Poster mit Konzernlogo beim Gesundheitspersonal verteilt und von ihm zu Schau gestellt werden
     
Informationsmaterial mit Firmenlogos darf nur benutzt werden, wenn es angefordert wird und durch die Regierung freigegeben ist
Es sind keine Produktnamen erlaubt
  Lassen Materialien mit Konzernlogos für das Gesundheitspersonal zur Information für Mütter über Säuglingsnahrung zu
     
Keinerlei Abgabe von kostenloser Säuglingsnahrung oder anderen Muttermilchersatzprodukten innerhalb des Gesundheitswesens   Lassen kostenlose Säuglingsnahrung auf schriftliche Anforderung durch Gesundheitspersonal zu
     
Es soll keine Zurschaustellung von Firmenlogos und Marken im Gesundheitswesen geben   Lassen Armbänder, Saugflaschen, Patientenkarten usw. mit Firmenlogo zu
     
Die Förderung des Stillens liegt in der Verantwortung des Gesundheitspersonals, das keine finanziellen oder sonstigen Anreize annehmen darf, weil dies zu Interessenkonflikten führen kann   Lassen „allgemeine“ Videos, Broschüren, Poster, Stillbroschüren usw. zu. Keine Markennamen, aber Konzernlogos sind zugelassen
     
Gratisproben sind nur für professionelle Bewertung und Forschungszwecke erlaubt   Lassen Proben zu, um neue Produkte oder neue Zusammensetzungen einzuführen, sowie Pröbchen für neue Ärzte
     
Sponsorentätigkeit für Gesundheitspersonal muss offengelegt werden   Finanzielle Unterstützung ist auf einer Fall-zu-Fall-Basis erlaubt (keine Erwähnung der Offenlegungspflicht)
     
Etiketten müssen vorgegebenen Standards entsprechen
Die WHO überprüft oder genehmigt keine Etiketten
  Nestlé behauptet, ihre Etiketten wären in Konsultation mit der WHO entwickelt
     
Die Firmen sind auf jeder Ebene immer an den Internationalen Kodex gebunden   Nestlés Marketing-Manager sollen nationale Kodizes „fördern” **
 
* Die vollständige ICDC-Analyse der Nestlé-Richtlinien kann bei IBFAN-ICDC unter ibfanpg@tm.net.my angefordert werden (auf englisch).
 
** Nationale Kodizes sind freiwillige Übereinkünfte, die keine Gesetzeskraft haben.
 
     

 

   
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